Die Fachstelle für Schutzwaldmanagement Allgäu berichtet
Wenn der Schutzwald Starthilfe braucht
von Eva Herz

Forstarbeiter arbeiten im Steilhang

© Lisa Friedl

Hoch über der Straße nach Einödsbach wird derzeit im Steilhang gearbeitet. Dort, wo Schnee und Geröll Richtung Tal rutschen können, bekommt der junge, noch lückige Schutzwald Unterstützung. Auf einer Fläche von knapp 30 Hektar oberhalb der Gemeindestraße laufen derzeit umfangreiche Maßnahmen zur Schutzwaldsanierung. Der Bergwald erfüllt dort eine wichtige Aufgabe: Er schützt die darunterliegende Infrastruktur und die Menschen im Tal vor Naturgefahren.

Drei Männer besprechen sich im Wald

© Lisa Friedl

Deshalb errichtet die Bayerische Forstverwaltung nun rund 60 Gleitschneeböcke aus Kastanienholz, um das Hochwachsen des jungen Schutzwaldes zu unterstützen. Sie werden auf dem steinigen Untergrund errichtet und mit Drahtseilen fest im Fels verankert. Ihre Aufgabe ist es, Schneebewegungen in den steilen Hängen zu bremsen und dadurch die jungen Bäume vor Schäden durch Gleitschnee zu schützen.
„Der Schutzwald ist unsere natürliche Lebensversicherung im Alpenraum. Er schützt Siedlungen, Straßen und Menschen vor Naturgefahren wie Lawinen, Muren, Steinschlag und den Folgen von Starkregenereignissen“, erklärt Simon Östreicher, Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kempten.

„Die zunehmenden Wetterextreme zeigen, wie wichtig ein stabiler Schutzwald für den Markt Oberstdorf ist. Die Maßnahmen oberhalb von Einödsbach leisten einen wertvollen Beitrag zum Schutz unserer Bevölkerung, unserer Infrastruktur und unserer einzigartigen Berglandschaft“, betont Erste Bürgermeisterin Chantalle Schubert.

Zwei Männer hantieren mit der Motorsäge

© Lisa Friedl

Damit der Wald seine Schutzfunktion dauerhaft erfüllen kann, wird jetzt die Grundlage für die nächste Waldgeneration geschaffen. Denn junge Bäume haben es in solchen Steil-lagen schwer. Schnee, rutschender Boden, Steinschlag und extreme Witterung können die Naturverjüngung immer wieder beschädigen oder ganz zerstören.
Ein Mischwald aus Laub- und Nadelbäumen

© Lisa Friedl

Die neuen Gleitschneeböcke übernehmen dabei eine wichtige Übergangsfunktion. Sie sichern den Hang nicht für immer technisch ab, sondern geben dem Wald Zeit, sich zu entwickeln. „Die Verbauungen aus Holz sind eine Starthilfe für den Schutzwald. Unser Ziel ist jedoch kein dauerhafter Verbau des Hanges, sondern ein gesunder und stabiler Bergwald, der die Schutzfunktion künftig wieder eigenständig übernehmen kann. Schutzwaldsanierung ist deshalb immer eine Investition in die Zukunft“, sagt Förster Vincent Gehring.
Gleitschneeböcke am Berg

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Ein intakter Schutzwald erfüllt mehrere Aufgaben: Seine Wurzeln stabilisieren den Bo-den, seine Stämme bremsen Steinschlag, seine Baumkronen halten Schnee zurück und der Waldboden kann Wasser bei Starkregen aufnehmen. Gerade im Alpenraum gewinnt diese Schutzfunktion an Bedeutung, weil Starkregenereignisse und andere Wetterextreme zunehmen. Bis der junge Wald oberhalb von Einödsbach diese Aufgabe wieder selbst übernehmen kann, braucht es Geduld. Die neuen Gleitschneeböcke sollen ihm genau diese Zeit verschaffen.

Ansprechpartner

Vincent Gehring
AELF Kempten (Allgäu)
Alpseestr. 11
87645 Schwangau
Telefon: 0831 52613-3002
Fax: +49 837 52613-1444
E-Mail: Poststelle@aelf-ke.bayern.de