Musterbestände zum Waldumbau
Musterbestand Hornbuch
Zoombild vorhanden
Tanne mit Einzelschutz
Einstimmig gehen Klimaprognosen für das Allgäu von einer steigenden Jahresdurchschnittstemperatur aus. Dazu werden Extremwetterereignisse häufiger. Frostereignisse und hohe Schneemengen sind weiterhin möglich. Gerade das Bewältigen solcher Wetterextreme ist der entscheidende Faktor für den Anbauerfolg einer Baumart.
Bis heute prägt die Fichte- schwerpunktmäßig als älterer Reinbestand- das Waldbild im Allgäu. Um Risiken zu minimieren und sich auch betriebswirtschaftlich breit aufzustellen, sollte im größten Teil des Ober- und Westallgäus das Ziel „Bergmischwald“ mit den Hauptbaumarten Fichte, Tanne und Buche lauten.
Ausgangslage
Die Fläche ist durch einen Rückeweg erschlossen. Von dort fällt das Gelände über mehrere, steile Stufen zum Eybach hin ab.
Der Bestand steht im Eigentum der Marktgemeinde Oberstdorf und hat eine Größe von 3,4 Hektar. Die langfristige Forstbetriebsplanung aus dem Jahr 2002 sieht für diesen Bestand lediglich eine behutsame Auslesedurchforstung sowie eine Kronenpflege vor.
Die Waldflächen der Marktgemeinde werden auf vertraglicher Basis von der Bayerischen Forstverwaltung betreut.
Der Bestand ist ein reiner, knapp 100 Jahre alter Fichtenbestand, der einschichtig und nahezu voll bestockt ist. Da Schäden wie Windwürfe oder alte Schälschäden nur ganz vereinzelt vorkommen ist die Stabilität im Kollektiv noch gut. Das Fichtenholz hat Bauholzqualität.
Motivation und Zielsetzung des Waldbesitzers
Da das der zuständige Förster des AELF gleichzeitig mit der Betriebsausführung im Kommunalwald des Marktes zuständig ist, wurden die Ziele gemeinsam in enger Absprache entwickelt.
Als kommunaler Waldbesitzer ist der Markt Oberstdorf zur vorbildlichen Waldbewirtschaftung verpflichtet. Vor diesem Hintergrund entstanden Überlegungen, die über die geplanten Maßnahmen der langfristigen Forstbetriebsplanung hinausgehen.
Als Ziel wurde eine stabiler Bergmischwald mit den Hauptbaumarten Fichte, Buche und Tanne definiert, der ein hohes Maß an Betriebssicherheit (Stabilität, Widerstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse etc.) aufweist, sich möglichst nah an der natürlichen Waldzusammensetzung orientiert und eine angemessene Wertentwicklung erwarten lässt.
Zusätzlich wurde vereinbart den südexponierten, steilen und trocken-warmen Einhang zum Eybach hin mit seltenen Baumarten ökologisch aufzuwerten.
Die Jagdgenossenschaft Schöllang wird als verpachtete Jagd geführt. In der Vergangenheit war aufgrund von nicht angepassten Schalenwildbeständen eine Verjüngung der Hauptbaumarten nur eingeschränkt möglich.
Die waldbaulichen Maßnahmen wurden in Abstimmung mit dem zuständigen Berufsjäger durchgeführt. Die jagdliche Begleitung ist zugesichert. Der Schutz der Fläche soll durch jährlichen Einzelschutz und eine Schwerpunktbejagung sichergestellt werden.
Bestockungsziel: Bergmischwald aus Fichte, Weißtanne, Rotbuche, Bergahorn und sonstigen Mischbaumarten.
Verjüngungsziel: 55% Fichte – 20% Weißtanne – 15% Rotbuche – 5% Bergahorn – 5% Sonstige.
Ökologische Aufwertung: Pflanzungen entlang des Einhangs zum Eybachtobel mit überwiegend blühenden Baumarten. Totholzanreicherung.
Der Weg bis zum heutigen Erscheinungsbild
Zoombild vorhanden
Lichtsteuerung
Zoombild vorhanden
Feinerschließung
Voraussetzung für die gewünschte, deutliche Beteiligung der Tannen in der nächsten Bestandesgeneration ist eine angemessene Feinerschließung und die vorsichtige Auflichtung im Kronendach des Altbestandes zur Lichtsteuerung.
Zoombild vorhanden
Pflanzung am günstigsten Kleinstandort
Die Tannenpflanzung wurde in den Verebnungen im Quadratverband (2x2 Meter) und an den steileren Lagen am günstigen Kleinstandort (Stockachselpflanzung) durchgeführt.
Pflegemaßnahmen zur Freistellung von Mischbaumarten schlagen mit wenigen Stunden Aufwand zu Buche. Nach spätestens 10 Jahren ist über der Verjüngung eine Nachlichtung notwendig, deren Erlöse in ähnlichem Rahmen wie 2020 liegen werden.
Zukünftige Maßnahmen
- Jährlich: Einzelschutz an Tanne
- 2023: Gegebenenfalls Zäunung auf Teilfläche bei zu hoher Verbissbelastung
- 2028: Nachlichten über Tannen-Naturverjüngung; ca. 80 Festmeter
- 2028: Gegebenenfalls freistellen einzelner Buchen innerhalb der Fichtennaturverjüngung
Lageplan und Anfahrtsbeschreibung
Ansprechpartner
AELF Kempten (Allgäu)
Kemptener Straße 39
87509 Immenstadt im Allgäu
Telefon: 0831 52613-2012
Fax: +49 831 52613-1444
E-Mail: Poststelle@aelf-ke.bayern.de

